20 Jahre UHC Oekingen: Alles andere aus gewöhnlich

Mehr als bloss ein Sportverein

Zwanzig Jahre ist es her, seit im kleinen Wasserämter Dorf Oekingen der Unihockeyclub Oekingen aus der Taufe gehoben wurde. Was mit dem mutigen Schritt von ein paar Schulfreunden begann, hat sich seither zu einer festen Grösse im regionalen Unihockeysport entwickelt. Nicht verändert haben sich jedoch die Werte, auf die man sich seit den Gründertagen beruft: eine gehörige Portion Idealismus und vor allem sehr viel Engagement machen den UHCO zu mehr als einem normalen Sportverein. Seit jeher ist es ein wichtiges Ziel, dass alle Mitglieder in irgendeiner Form mithelfen den Vereinsbetrieb aufrecht zu halten und verschiedenste Anlässe durchzuführen. Besonders wichtig ist auch die tatkräftige Unterstützung von Familien, Freunden und Bekannten der Vereinsmitglieder ohne deren Hilfe vieles nicht möglich geworden wäre. Dieser besondere Geist ist nicht nur verantwortlich für die zwanzigjährige Geschichte des UHCO und dessen Fortbestehen, sondern auch für den sportlichen Erfolg.

1993 - 1998

Es war der 1. Dezember 1993 als sich die Oekinger Schulkameraden Simon Linder, Jörg Gasche, Daniel Bieri, Etienne Gasche, Roger Reinhard und Patrick Guldimann entschlossen, einen Unihockeyclub zu gründen. Die Gründungsmitglieder des neuen Sportvereins waren zu diesem Zeitpunkt gerademal 13- und 14-jährig! Viele Pausen und Mittwochnachmittage hatten die sechs in den Primarschuljahren zusammen auf dem Schulhausplatz mit Stock und Ball verbracht. So war die Leidenschaft für die relativ junge Sportart Unihockey schnell geweckt. Im Januar 1994 wurden die ersten gemeinsamen T-Shirts angeschafft und bedruckt. Mitte Jahr trainierten bereits elf Oekinger Jugendliche einmal in der Woche in der Turnhalle. Die erste Bewährungsprobe bestand die junge Equipe mit der Organisation eines Plauschturniers im Herbst. Zusätzlichen Schub gab das Sponsoring eines eigenen Dresses Anfang 1995. Blau, schwarz und weiss waren fortan die Vereinsfarben des UHCO. Im März 1995 entschied sich der UHC Oekingen dem Schweizerischen Unihockey Verband (SUHV) beizutreten. Damit war der erste Schritt für den Einstieg in den regulären Meisterschaftsbetrieb getan. Auch im Dorfgeschehen vermochte der junge Verein erste Akzente zu setzen. Unvergessen bleibt allen Anwesenden das legendäre Kuhfladenlotto anlässlich des Dorftreffs 1995. Am 8.Oktober 1995 war es dann soweit: Der UHCO spielte seine erste Meisterschaftspartie in der 4. Liga gegen den UHC Huttwil II. Gleich mit 15:4 wurde der Gegner, notabene vor dessen Heimpublikum, vom Platz gefegt. Da spielte die knappe Niederlage im zweiten Spiel des Turniersonntags auch keine grosse Rolle mehr. Der Anfang war gemacht und viele weitere Erfolge stellten sich ein. Am Ende der ersten Saison wurde der Aufstieg um einen Punkt verpasst. Im Herbst 1996 nahm man erstmals am Cup-Wettbewerb teil und erreichte immerhin die zweite Runde. Optimistisch stieg der UHCO in die zweite Saison. Leider wurde auch dieser Spielzeit die Promotion nur knapp verpasst. Die positiven Auftritte in der Meisterschaft waren aber nicht zuletzt dafür verantwortlich, dass sich immer mehr junge Frauen für den Unihockeysport begeisterten. Im Herbst 1997 startete erstmals ein Oekinger Damenteam in die neue Saison und schlug sich beachtlich. Neben den sportlichen Aktivitäten durften aber auch die anderen Aspekte des Vereinsdaseins nicht vernachlässigt werden. In den ersten Vereinsjahren konnte der UHC Oekingen auf das Wohlwollen von vielen Seiten zählen. Neben der finanziellen und ideellen Unterstützung durch Eltern und Bekannte, waren die Einwohnergemeinde und die Bürgergemeinde Oekingen für einen Zustupf in die Vereinskasse besorgt. Kuchenverkaufs-Aktionen, die Organisation eines Tippspiels und der Verkauf von Gönnerkarten brachten ebenfalls Geld ein. Auch im organisatorischen Bereich wurden Anpassungen vorgenommen. Um zukünftig unnötige Konkurrenzsituationen zu vermeiden und Synergien zu nutzen, schloss sich der UHC Oekingen anlässlich der GV `98 dem Turnverein Oekingen-Halten als weitgehend autonome Riege an.

1998 - 2004

Die folgenden Jahre waren geprägt von sportlichen Höhenflügen. Die Herrenmannschaft stieg nach drei nur knapp gescheiterten Versuchen im Frühling 1999 als Gruppensieger in die 3.Liga auf. Entsprechend euphorisch wurde die Aufstiegsparty gefeiert. Das Damenteam zog kurz darauf nach. Dem Gruppensieg folgte die Qualifikation für die erste Liga anlässlich der nationalen Aufstiegsspiele in Chur. Auch die Saison 1999/2000 war äusserst erfolgreich: Das neu gegründete zweite Herrenteam stieg direkt auf. Die Herren I wurden 3.Liga-Gruppensieger und feierten den zweiten Aufstieg in Folge. Auch neben dem Feld bewegte sich einiges: viele Mitglieder stiessen zum Verein und neue Teams konnten für den Meisterschaftsbetrieb gemeldet werden. Auch die Nachwuchsförderung wurde nun in Angriff genommen und zahlreiche Jugendliche aus der Umgebung spielten beim UHCO. Daneben war der Verein mit einer eigenen Homepage präsent und definierte sein noch heute gültiges Vereinslogo. Im Frühling 2001 machte die erste Herrenmannschaft den Durchmarsch aus der vierten bis in die erste Liga perfekt. Der UHC Oekingen gehörte zu den vierzig besten Kleinfeld-Teams der Schweiz. Was niemand für möglich gehalten hatte, wurde im Frühjahr 2002 Tatsache. Die bisherigen Erfolge konnten noch übertroffen werden: Sowohl die erste Damenequipe als auch das Fanionteam der Herren errangen den Gruppensieg in der höchsten Kleinfeld-Liga und spielten um den Schweizermeister-Titel! Am Schluss des Playoff-Abenteuers resultierte für beide Mannschaften die Bronzemedaille. Dieser besondere Effort war sogar dem offiziellen Verbandsmagazin eine Story wert. Auf einer Doppelseite wurde unter dem Titel „Vom Pausenplatz in die Kleinfeld-Playoffs“ die Erfolgsgeschichte des kleinen Dorfvereins aus dem Wasseramt erzählt. Was sich im Jahr zuvor bereits angedeutet hatte, wurde 2003 Tatsache. Die Oekinger Damen hatten ihren Platz unter den besten Teams der Schweiz eingenommen. Eine perfekte Saison endete mit dem Gewinn des Schweizermeistertitels. Vor über 400 begeisterten Zuschauern im Sportzentrum Zuchwil gewann das Team die Playoff-Finalserie und durfte sich die Goldmedaille umhängen lassen. Die breite Unterstützung die der UHC Oekingen mittlerweile genoss, zeigte sich auch beim 10-Jahres-Jubiläum, welches der Verein zusammen mit der Oekinger Dorfbevölkerung feierte. Mit dem eigens für die Feier komponierten Vereinssong „Ökings, Super Ökings“ wurde dem bis dahin eher inoffiziellen Übernamen des Vereins ein Denkmal gesetzt. Die Saison 2003/2004 markierte den vorläufigen sportlichen Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Ein weiteres Mal errangen die ersten Mannschaften der Damen und Herren den Gruppensieg und standen in den Playoffs. Die Damen wurden zum zweiten Mal in Folge Schweizermeister, die Herrenmannschaft scheiterte denkbar knapp im Halbfinal, etablierte sich aber unter den besten Kleinfeld-Mannschaften der Schweiz. Trotz all den sportlichen Erfolgen legte man weiterhin grossen Wert darauf, das Vereinsleben und die Kameradschaft zu pflegen. So waren gemeinsame Anlässe wie die Saisonschlussfeier oder der Chlausehöck wichtige Termine im Vereinsjahr und wurden auch rege besucht.

2004 - 2008

Die sportlichen Grosstaten blieben nicht unbemerkt und schlugen sich in einem starken Mitgliederwachstum nieder. Mehr als 120 Jugendliche und junge Erwachsene aus über dreissig Gemeinden spielten in Oekingen Unihockey. Die Euphorie der vergangenen Jahre hatte dazu geführt, dass der Fokus in erster Linie den sportlichen Erfolgen galt. Nun war es an der Zeit sich auch auf andere Dinge zu konzentrieren. Die mittlerweile stattliche Anzahl der Vereinsmitglieder machte die Einführung eines Helfersystems notwendig, damit die anfallenden Arbeiten möglichst fair verteilt werden konnten. Auch galt es neben dem Meisterschaftsbetrieb mit zusätzlichen Anlässen für die notwendigen finanziellen Mittel zu sorgen. Nicht zuletzt wurde der Vereinszusammenhalt auch mit einer gemeinsamen Ausrüstung und dem Vereinsbulletin gefördert. Diese Herausforderungen konnten problemlos gemeistert werden. An die sportlichen Grosserfolge der Vergangenheit konnte jedoch nicht mehr ganz angeknüpft werden. Die Leidenschaft für den Unihockeysport blieb und bildete die Basis für die positive Grundstimmung im Verein.

2009 - 2013

Ein einschneidendes Ereignis in der Vereinsgeschichte und für alle Vereinsmitglieder prägendes Erlebnis war der viel zu frühe Abschied von Gründungsmitglied Jörg Gasche im August 2009. Jörg starb mit 28 Jahren an einer schweren Krankheit. Der von ihm mitinitierte 24-Stunden-Lauf zu Gunsten der Krebsliga wurde zum Gedenkanlass und half die grosse Trauer zu verarbeiten und liess die Vereinsmitglieder zusammenrücken. Die letzten Jahre waren geprägt von einer eigentlichen Konsolidierung. Nicht nur die Mitglieder, sondern auch der UHC Oekingen waren erwachsen geworden. An Stelle des früheren jugendlichen Übermuts ist eine reiche Erfahrung getreten. Das Fanionteam der Herren vermag sich nach wie vor in der obersten Liga zu halten. Die Damenequipe gehört seit über zehn Jahren zu den Besten der Schweiz und spielt regelmässig um den Meistertitel. Nach achtjähriger Durststrecke holte sie 2012 wieder einen Titel: der UHCO wurde in der Berner Wankdorfhalle Cupsieger. „20 Jahre UHCO“. Das ist etwas worauf alle stolz sein können, die in irgendeiner Form dazu beigetragen haben. Die Vereinsleitung blickt jedoch auch nach vorne und ist dabei die Verantwortung in jüngere Hände zu legen, auf das weitere erfolgreiche Kapitel in der Geschichte des UHC Oekingen geschrieben werden mögen.